Neuraltherapie

Für die Ganzheitsmedizin ist der Mechanismus der Körperregulation ein wichtiger Ausgangspunkt. Das komplizierte Regulationssystem des menschlichen Körpers hat die Aufgabe sich ständig in möglichst kurzer Zeit und mit geringstem Energieverlust den äußeren und inneren Einflüssen anzupassen.

Neuraltherapie ist eine auf dem Boden der Schulmedizin gewachsene, ganzheitlich orientierte Form der Regulationstherapie, und als solche alleine oder in Kombination mit allen herkömmlichen Therapieformen anwendbar. Ziel ist es, entgleiste Regelsysteme auf verschiedenen physiologischen Ebenen zu normalisieren. Zur Behandlung werden in erster Linie Lokalanästhetika unter Anwendung verschiedener Techniken eingesetzt, als auch andere physikalische, chemische, biologische und operative Maßnahmen getroffen.

Insbesondere sollen chronisch belastende, übergeordnete Faktoren ausgeschaltet werden. Das „Herd-Störfeld-Geschehen“ spielt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle. Ganzheitlich gesehen ist eine störungsfreie Kommunikation aller Organe, Muskeln, Nerven, des Bindegewebes und der Haut Grundvoraussetzung für den permanenten und reibungslosen Ablauf der Körperfunktionen. Ist dieses Netzwerk gestört, und der Körper nicht mehr im Stande, die verschiedenen Funktionen aufeinander abzustimmen, treten Symptome wie zum Beispiel Schmerzen auf, die mitunter weit von der eigentlichen Störquelle entfernt sein können.

Bevor der Arzt mit der Neuraltherapie beginnt, befragt und untersucht er daher den Patienten ganz genau, um herauszufinden, wo im Körper das Störfeld sitzt. Dabei achtet er ganz besonders auf Narben und auf das Gebiss.

Neuraltherapie

Das erste Lokalanästhetikum (Novocain) wurde 1905 entdeckt. Zwanzig Jahre später bemerkte der Arzt Ferdinand Huneke zufälligerweise, dass man mit Lokalanästhetika nicht nur Gewebe schmerzunempfindlich machen, sondern Schmerzen auch endgültig heilen kann. Zusammen mit seinem Bruder Walter Huneke arbeitete er das Verfahren der so genannten Heil-Anästhesie aus.

Im Jahr 1940 beobachtete Ferdinand Huneke zum ersten Mal das so genannte „Sekundenphänomen“: Bei einer Frau, die er monatelang erfolglos wegen ihrer starken Schulterschmerzen behandelt hatte, spritzte er ein Lokalanästhetikum in eine entzündete Wunde am Fuß. Schlagartig verschwanden die Schulterschmerzen. Daraus schloss Huneke, dass es örtlich begrenzte Reizzustände (so genannte Störfelder) im Körper geben muss, welche die Fähigkeit haben, über die Reizung von Nervenbahnen in einer anderen Körperregion Krankheiten und Schmerzen zu unterhalten. Gleichzeitig hatte er ein Mittel gefunden, wie man derartige Krankheiten heilen konnte.

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